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Leder - langlebige Bezüge mit Charakter

 

Bei Möbelleder handelt es sich fast ausschließlich um gegerbte Rinderhaut. Wissenschaftlich betrachtet besteht das Material aus langen Eiweißfasern, die durch den Gerbprozess haltbar gemacht werden. Die Oberseite der Haut wird Narbenleder genannt und sorgt mit ihren Naturmerkmalen wie Vernarbungen und Pigmentflecken für die unverwechselbar edle Optik.

Eine Rohhaut ist ca. 5 m² groß, d.h. man benötigt für eine Polstergarnitur durchschnittlich 5  bis 7 Häute. Wie bei uns Menschen auch gleicht dabei keine Haut der anderen, was sich in Farb- und Strukturunterschieden am Möbelstück widerspiegelt. Sie machen aus jeder Garnitur ein Unikat!

 

Noch ein paar Worte zu diesen „Merkmalen der Natur“:

Nur ca. 20 Prozent einer Haut sind wirklich frei von größeren Naturmerkmalen. Beim Zuschnitt der Lederbezüge in der Industrie achtet niemand darauf, dass gerade diese Partien für gut sichtbare Bereiche wie Armlehnen, Sitze oder Rücken verwendet werden. Es erfolgt zwar eine gewisse Vorauswahl, aber wenn nun einmal eine geschlossene Vernarbung auf der Sitzfläche verarbeitet wurde, dann ist das eben so. Ein Lederkenner ist sich dessen bewusst und freut sich sogar über diese Echtheitsmerkmale. Kein Grund zur Beanstandung!

 

Die Lederarten

 

Naturbelassenes Nappaleder (Anilinleder)

 

Bei der sog. Transparent- oder Anilinfärbung ziehen die Farbpigmente in jede Faser ein und färben das Leder durch. Die Hautporen bleiben dabei offen und ermöglichen einen idealen Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch. Das Material fühlt sich warm und weich an und ist atmungsaktiv. Naturbelassen bedeutet aber auch, dass Naturmerkmale sichtbar bleiben und Farbunterschiede unvermeidbar sind. Die offenporige Oberfläche macht das Leder auch vergleichsweise empfindlich gegen Ausbleichen und Verschmutzungen. Durch den Gebrauch stellt sich mit der Zeit eine Patina ein. Anilinleder gilt als sehr wertvoll, da nur ganz bestimmte Rohware (sog. Zahmware) für die Herstellung gut genug ist.

 

Leicht pigmentiertes Nappaleder (Semianilinleder)

 

Es erfolgt wieder eine Transparentfärbung bis in die Poren und anschließend ein leichter schützender Farbpigmentauftrag auf die Oberfläche. So entsteht ein gleichmäßiges Farbbild, die natürliche Struktur bleibt weitgehend erhalten und die Poren werden nicht gänzlich verschlossen. Semianilinleder ist ein guter Kompromiss zwischen einem angenehmen Griffgefühl und guten Pflegeeigenschaften. Es ist unempfindlicher, pflegeleichter und weniger anfällig gegen Ausbleichen als Anilinleder, bleibt aber weitestgehend hautsympathisch.

 

Pigmentiertes Nappaleder (gedecktes Leder)

 

Bei dieser Lederart wird die Oberfläche deckend mit Farbe versehen und meist noch eine gleichmäßige Struktur eingeprägt. Durch den Farbauftrag wirkt das Leder sehr einheitlich, Naturmerkmale sind kaum noch sichtbar, die Hautporen werden geschlossen. Die deckende Farbschicht hat eine gute Schutzfunktion und macht das Leder gegen Abrieb und Lichteinwirkung unempfindlicher. Die Atmungsaktivität wird aber eingeschränkt und die Oberfläche fühlt sich weniger weich an. Gedecktes Leder gilt als pflegeleicht und robust.

 

 

Lederpflege

 

Wenn Sie Ihr Leder ausreichend vor direkter Lichteinwirkung schützen und für genügend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen, fällt bei der Unterhaltspflege nicht viel Arbeit an.

 

Alle Glattlederbezüge (Nappaleder) sollten regelmäßig mit einem weichen Tuch entstaubt werden.

Zweimal im Jahr sollten Sie dann zu unseren speziellen Lederpflegemittelen greifen. Es besteht aus einer Reinigungslösung auf Seifenbasis und einer rückfettenden Pflegemilch mit Lichtschutzfaktor. Reinigen Sie dabei bitte immer ganze Teile, großflächig von Naht zu Naht und tragen anschließend die Pflegecreme auf. So bleiben Ihre Ledermöbel lange schön.

Für die Fleckentfernung gilt: Flüssigkeiten möglichst sofort mit einem Haushaltstuch abtupfen und mit Lederreiniger von Naht zu Naht nacharbeiten.

Ein speziellerer Hinweis noch zu naturbelassenem Leder: Fettflecken sollten Sie hier gar nicht behandeln, sie ziehen meist ins offenporige Leder ein und sind nach einigen Wochen nicht

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